Vierzig Jahre Patenschaft

Rede auf der 40Jahr-Feier in Duisburg 1998
F.W.Krücken, OStD i. R.

Burgschule Königsberg i.Pr.
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Mercator-Gymnasium Duisburg


Im Jahre 1952 - 3 Jahre vor der 700-Jahr-Feier der Stadt Königsberg in Preußen - wurde die Stadt Duisburg PATENSTADT der früheren ostpreußischen Stadt Königsberg (die seit 1945 "Kaliningrad" heißt). 

Im Laufe der Jahre gab die Patenschaft der beiden Städte Veranlassung, über Patenschaften von Duisburger Gymnasien zu früheren Königsberger Gymnasien nachzudenken. 



Auf einer "außerordentlichen" allgemeinen Konferenz am 25.11.1957 wurde am Mercator-Gymnasium die Übernahme der  Patenschaft für das ehemalige Burg-Gymnasium Königsberg i.Pr. einstimmig beschlossen. 
OStR Dr.Pape - inzwischen kommissarischer Leiter des Mercator-Gymnasiums - hatte die Konferenz in Gesprächen mit den ehemaligen Leiter dieser Schule, OStD.i.R. Dr.Falcke, vorbereitet und ihn zu dieser Konferenz eingeladen. 
OStD.i.R.Dr.Falcke trug der Konferenz die entsprechende Bitte um die Übernahme einer Patenschaft vor. 
Für den erkrankten Schulleiter leitete der damalige Verwaltungsoberstudienrat Caumanns die Konferenz, die nach ausführlichen Stellungsnahmen seitens der Lehrerschaft schließlich einhellig der Patenschaft zustimmte. 

Nach entsprechenden Vorbereitungen wurde die Übernahme der Patenschaft aus Veranlassung des 300jährigen Bestehens der Burgschule Königsberg i.Pr. mit einer Urkunde am 27.September 1958 "besiegelt". 
 

Der Festakt fand am 27. September 1958 um 11 Uhr in der Aula statt und wurde um 20 Uhr mit einem Geselligen Abend im Hotel "Prinz Regent" abgeschlossen. Am 28. September 1958 wurde daraufhin in der Aula eine "Gedenkstunde an Ostpreußen" gehalten. 


An beiden Tagen fand eine Ausstellung mit Schülerarbeiten aus den Kunstunterricht, mit Fotografien und alten Bildern, Karten und Urkunden im Zeichensaal statt. Eine Schmiedearbeit mit dem Titel "ANNO FATALI", von OStR Wendt mit Schülern im Werkunterricht zusammen entworfen und hergestellt, wurde über der Tür zur Aula befestigt. 
 

Zwischenbemerkungen

Begegnung mit einem Krakauer Gymnasium im Burgschulzimmer am 16.3.1992 
Nach meinem Fortgang von der Schule (Februar 1993) verschwand die Schmiedearbeit aus dem Burgschulzimmer, in das hinein ich die Plastik "gerettet" hatte, als die Stadt Duisburg 1985 das Mercator-Gymnasium in eine Gesamtschule zu überführen - bzw. aufzulösen - drohte. Auf einer Veranstaltung der jugendlichen Anhängerschaft einer gewissen Duisburger Partei in der Aula unserer Schule hatte man in der betreffenden Fraktion mit Maßgabe für das Schulverwaltungsamt der Stadt beschlossen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, dieses "nicht mehr zeit- und politikgemäße Symbol" fortzuschaffen. 
Was damals nicht gelang, gelang eben später: 

Am Ende hat die Handlangerschaft dieser Kräfte es dann doch geschafft, die Plastik aus der Schule zu entfernen.



Am 7.Oktober 1961 fand eine Feierstunde von Schule und Patenschule in der Aula statt, die gleichzeitig mit einer "Heimatgedenkstunde" verknüpft wurde. 

Die Vortragsfolge 
Willy Kramp Gedicht: Ostpreußen Oberprimaner Rütten
 v.Eichendorff O Täler weit, o Höhen Chor
Musik von Mendelssohn-Bartoldy Orchester der Schule
Begrüßung  OStD Dr.Pape
Schubert Der Lindenbaum OStR Güllmann
Albioni Allegro aus der Symphonie B-Dur Orchester der Schule
Festansprache OStD i.R. Dr.Falcke
Heine Die Stadt 
Musik von Schubert
Ursula Grüters
v.Eichendorff Heimweh 
Musik von Wolf 
Chor und Orchester
Ostpreußenlied


Am 15.September 1962 fand aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Patenschaft Duisburg-Königsberg in der Aula eine Feierstunde statt. 
Wie das folgende Bild zeigt, nimmt eine große Zahl Ehemaliger der Burgschule - wie einige ihrer Lehrer - mit Gattinnen an der Festfeier teil. 
Die Vortragsfolge: 
 
T.Albioni  Allegro aus der Symphonie B-Dur Orchester der Schule
Worte von E.M.Arndt A.Schumacher UIc
R.Wagner Wach auf  Chor der Schule
Begrüßung OStD Dr.Pape
Festanspache Ltd.Reg.Dir. Kurt Erzberger Burgschüler
J.Chr. Bach Allegro aus dem Klavierkonzert Es-Dur Orchester Solist: W.Ast OIb
Ein Gang durch Königsberg Lichtbilder und Text von H.Steckmann, Burgschüler
J.Haydn Die Himmel erzählen  Chor und Orchester
 
Armin Schumacher trägt Worte von Ernst Moritz Arndt vor.
Anläßlich der Abiturientenentlassung am 13.3.1965 überreichte OStD Dr.Falcke die Urkunde der Dr.Friedrich-Schroeder-Stftung, die von Frau Maria Schroeder, der Witwe des am 18.12.1964 verstorbenen Studienrats der Burgschule, Dr.Schroeder, ins Leben gerufen worden war. 
Diese Stiftung sollte die "Patenschaftsgemeinschaft Mercator-Gymnasium und Burgschule Königsberg" festigen und "der Aufrechterhaltung und Pflege der Tradition und Erinnerung an die alte, ehrwürdige Burgschule" dienen. 
Aus damit gegebenem Anlaß werden den Abiturienten die "Alberten" überreicht. 

Am 26.Oktober 1968 feiert das Mercator-Gymnasium den "Tag der Königsberger" anläßlich der 10jährigen Patenschaft Burgschule / Mercator-Gymnasium. 

Nach dem Ostpreußenlied, gesungen vom Schulchor, begrüßt OStD Dr.Oberwinder die anwesenden Oberstufenschüler, Lehrer und Burgschul-Gäste. Der Chor singt "O Täler weit, o Höhen" und "Innsbruck, ich muß dich lassen". Nach einer Lesung "Erbe und Verpflichtung" (Texte von Theodor Litt) hält Dr.Blankenstein, ein ehemaliger Burschüler, die Festansprache. Einer Lesung "Lob der Freundschaft" (Text von Simon Dach) folgt die Ouvertüre aus Händels Rodrigo-Suite. Anschließend zeichnet Ltd.Reg.Dir.Erzberger drei Schüler im Sinne der Dr.Friedrich-Schroeder-Stiftung aus. Der Festakt endet nach der Aufführung von Händels "Festmusik". 

Am Abend findet ein Ball in der Aula statt, zu dem die Oberstufenschüler, die Lehrer, die ehemaligen Burg- und Mercator-Schüler mit ihren Damen eingeladen sind. 

Anläßlich der 10jährigen Patenschaft wird das "Burgschulzimmer" eingerichtet. 


Im Jahre 1976 stiftet die Burgschulgemeinschaft Königsberg (Pr.) e.V. die Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des Mercator-Gymnasiums. OStD. Dr. Heinz Oberwinder wird bei seinem Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst die Ehrenmitgliedschaft in der Burgschulgemeinschaft angetragen. Mit der Überreichung einer Ehrenurkunde wird die Ehrenmitgliedschaft vollzogen. 
Von 1977 bis 1993 nimmt der neue Schulleiter an den Jahrestreffen der ehemaligen Burgschüler teil. Im Auftrage des 1978 gegründeten Fördervereins der Schule zeichnet der Schulleiter bei diesen Treffen die Abitur-Jubilare der ehemaligen Burgschule mit der Silbernen bzw. der Goldenen Mercator-Nadel aus. 
Der 20-jährigen Patenschaft wird anläßlich der feierlichen Einführung von OStD Krücken in sein Amt am 16.6.1978 gedacht. OStD Krücken bezieht das festliche Gedenken in seine Ansprache ein, von seiten der Burgschule bezieht Helmut Wormit, seinerzeit Schatzmeister der Burgschulgemeinschaft, die Patenschaft in seine Gratulation ein. 
Zur Feier ist eine stattliche Zahl ehemaliger Burgschüler mit Ehefrauen erschienen
Helmut Perbands und Martin Peterssens Anregung und tatkräftige Unterstützung - und auch die seitens des Fördervereins des Mercator-Gymnasiums - führten im Jahre 1987 zu einer künstlerischen "Spiegelung" der Patenschaft - so schrieb damals die Duisburger Presse - in der Gestalt eines von Bernhard Meier, Kunstlehrer am Mercator-Gymnasium, entworfenen und betreuten Bronze-Reliefs, dessen Replikat seit 1995 im ehemaligen Burgschul-Gebäude die Patenschaft (seit 1991) zwischen dem Gymnasium No 1 in Kaliningrad und dem Mercator-Gymnasium in Duisburg widerspiegelt.
Die typischen städtebildlichen Aspekte der Patenstädte Duisburg und Königsberg fließen im Relief (74 cm x 127 cm) in eine Einheit zusammen.
Die masurischen Wälder, ihr Kennzeichen: der Elch, der Königsberger Pregel mit den Kurenkähnen sowie die lange Zeile der Pregelspeicher, - der Burg und dem Dom gegenübergelegen - kennzeichnen Ostpreußen und seine Hauptstadt Königsberg.
Alles dieses spiegelt sich in den Wahrzeichen der Stadt Duisburg:
in den Hüttenwerken, im Hafen, in den Stadtwerketürmen, im springenden Delphin, im Rathaus und in der benachbarten Salvatorkirche.
Beide Städtebilder aber verbinden sich in Pregel, Ruhr und Rhein
Eine rundum gelungene Metaphorik der partnerschaftlichen Freundschaft zwischen der Burgschule Königsberg i.Pr. und dem Mercator-Gymnasium zu Duisburg.
Am  13. Juni 1987 wurde das Relief anläßlich der feierlichen Abiturientenentlassung von Helmut Perband und Martin Peterssen der Patenschule überreicht. 

Der Herzlichkeit und Solidität der Beziehung zwischen der Burgschulgemeinschaft und dem Mercator-Gymnasium gibt der letzte Brief Helmut Perbands als zweiter Vorsitzender an mich bewegend Ausdruck. 

Am 17.Oktober 1987 schrieb er mir u.a.: 

"Lieber Herr Krücken, nachdem die Burgschulfamilie mich wieder in den Vorstand gewählt hat, verspreche ich Ihnen, daß ich meine Möglichkeiten nutzen werde, um dem Mercator-Gymnasium, Ihrer Schule und unserer Patenschule, mit bescheidenen Mitteln stets behilflich zu sein. 
Ich bin fest davon überzeugt, daß das Patenschaftsverhältnis zwischen dem Mercator-Gymnasium und der Burgschule Königsberg auf einer soliden Basis angesiedelt ist."
Helmut Perband wußte und drückte es in seinen Gedanken mittelbar aus, daß das Maß des Vertrauens in die Partnerschaft beider Schulen wesentlich in den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den jeweiligen Schulleitern des Mercator-Gymnasiums und den jeweiligen Vorständen - zumal den Vorsitzenden - der Burgschulgemeinde gegründet war und ist. 
Helmut Perband, der schon lange Zeit als Zweiter Vorsitzender neben Heinz Labinsky die Geschicke der Patenschaft gesteuert hatte, folgte dem nach schwerer Krankheit am 29. Februar 1988 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Burgschulgemeinde, Heinz Labinsky, im Vorsitz der Burgschulgemeinschaft. 

Der im Jahre 1988 anstehenden 30-jährigen Patenschaft zwischen der Burgschule und dem Mercator-Gymnasium gedenken dann während der Abiturienten-Entlassungsfeier 1988 OStD Krücken und Helmut Perband



 
9.00 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst in der Christus-König-Kirche 
10.00 Uhr   Entlassung der Abiturienten 1988

Scott Yoplin

The Entertainer 
für 3 Altblockflöten und Klavie. 

Flöten:   Dorit Brunotte
           Sabine Fox
           Birgit Micken
           Martina Müller
           Andrea Schweiger 
           Stephanie Segin

Klavier: Andrea Roth

Begrüßung 

Aushändigung der Abiturzeugnisse 

Abiturientenabschiedsrede 

Gerald Schwertberger

Mississippi-Suite für 3 Flöten 

Sopran:   Susanne Segin
Alt:         Stephanie Segin
Tenor:     Sabine Fox 

Ehrung der Jubilare 

Glückwünsche 

Patenschaftsgedenken 
30 Jahre Burgschule Königsberg  - Mercator-Gymnasium Duisburg

(T. u. M.) P. Collins

In The Air Tonight 

Sopran:    Anja Blumenrath
Klavier:    Markus Micken
Guitarre:   Martin Pfaffhausen

Einladung
Nach der Feier lädt der Förderverein unserer Schule zum Steh-Konvent vor der Aula ein.


19.00 Uhr  Geselliger Abend in der Aula



Leider war Helmut Perband nach seiner Berufung zum Ersten Vorsitzenden im Oktober des Jahres nur eine kurze Amtszeit beschieden. Überraschend stirbt er schon am 3. November 1988

Vertrauend auf eine nunmehr 30-jährige Partnerschaft, konnte dann auch der neue Vorsitzende, Klaus Falcke, weiterarbeiten. 


 

Es kommt danach schnell die Zeit von Glasnost und Perestroika, es fallen die Grenzen und Mauern in Deutschland und anderswo. 

Aber was stand dem nicht noch alles entgegen? 

Um diese Lage kurz in Erinnerung zu bringen, darf ich aus einem Brief eines ehemaligen Mercatorschülers vom 13. Februar des Jahres 1991 aus Jurmala - Lettland - zitieren. 
 

"Die Bemühungen um Wiederherstellung der Selbständigkeit meiner Heimat treten in die entscheidende Phase, da die Reaktion in der ganzen UdSSR unter Führung der Allianz von Rüstungsindustrie, Generalität und KP-Funktionären mit stillschweigender Unterstützung des zum größten Teil korrumpierten Beamtentums zum Angriff gegen die zur Zeit noch sehr diskutablen Errungenschaften der Demokratie und Menschenrechte antritt und zielgerichtet auf eine Diktatur staliinistischer Prägung zustrebt. (Um Informationen aus offiziellen Quellen (Tass, TV usw.) und Reden gewisser Politiker auswerten zu können, muß man zuvor Orwell gelesen haben. Kritiklose Akzeptation ist mit Einfalt gleichzusetzen.  Nicht  zielgerichtete  Wohltätigkeitsspenden versickern zum Teil in den Labyrinthen des künstlich hochgezüchteten Verwaltungsapparates; dem Sowjetbürgern werden sie als "Dank des deutschen Volkes für die uneigennützige Hilfe der SU in den Nachkriegsjahren" serviert. 

Bezugnehmend auf das oben dargelegte, bitte ich um Ihre moralische Unterstützung der baltischen Staaten durch Beeinflußung zuständiger Organisationen und Regierungsstellen.  Es darf nicht vergessen werden, daß Lettland immer ein Vorposten deutsch-europäischer Kultur war und Litauen eine Zitadelle des Katholizismus in der SU ist. Eine Niederlage der Reaktion in den baltischen Staaten ist gleichzeitig ein Sieg der Demokratie im Unionsmaßstab. 

Ich hoffe, daß mein Brief nicht als Belästigung empfunden wird; gegebenenfalls bitte ich um  Entschuldigung. Bei  meinem fortgeschrittenen Alter und labilem Gesundheitszustand ist es die einzige Art und Weise wie ich mich meiner Heimat nützlich erweisen kann 

Hochachtungsvoll 
Gunard Vitin
 - 1937 als Obersekundaner mit seinen Eltern nach Lettland zurückgekehrt

Dieser Brief beförderte uns in dem Anliegen, die Bemühungen des Vorstands  der Burgschulgemeinschaft - insbesondere die seines Vorsitzenden Klaus Falcke - tatkräftig zu unterstützen, mit der Skola No 1 in Kaliningrad, die im unversehrten Gebäude der Königsberger Burgschule 1945 ihr Domizil aufgeschlagen hat, eine gewisse, wenn auch zu diesem Zeitpunkt gewiß noch unbestimmte Art von Patenschaft oder Partnerschaft anzustreben. 
"Ergebenst" - im Tolstoischen Sinne - bat ich um Rückmeldung aus Kaliningrad, als "Herr Ergebenst" angesprochen, erhielt ich den Wunsch von Schulleitung, Lehrer- und Schülerschaft der Skola No 1 übermittelt, nach Duisburg kommen zu dürfen. 
Am Freitag, 15.November 1991, sollte eine erste Reisegruppe aus Kaliningrad in Duisburg eintreffen: 6 Schülerinnen, 4 Schüler, zwei Lehrerinnen: Frau Galina Tarasowa Andreewna, eine Deutschlehrerin, Frau Albina Dolonitzkaja Ilinintschna, stellvertretende Schulleiterin und Englischlehrerin, sowie die Direktorin der Skola Nr.1, Frau Alla Schatrowa.
Da bis Mitternacht die Reisegruppe noch nicht eingetroffen war, übernahm ich die "Nachtwache". 
Gegen 10.30 Uhr am folgenden Sonnabend traf die Gruppe schließlich in Duisburg nach 40stündiger Reise im Kleinbus ein.
Die Schüler(innen) ruhten sich zuerst einmal aus, die Damen waren am Abend zu einer Rigoletto-Aufführung ins Duisburger Opernhaus eingeladen.
Das Frühstück nahmen alle - Gastgeber und Gäste - am Sonntagmorgen im Lehrerzimmer der Schule ein. Für den Nachmittag war ein Besuch im Duisburger Zoo vorgesehen. Im Anschluß daran waren die Damen in die Zooterrassen eingeladen: Förderein und Burgschulgemeinde kümmerten sich intensiv um die Gäste. Nach Unterrichtsbesuchen und einem Besuch im "Haus Königsberg"
besuchten Gastgeber und Gäste am Buß- und Bettag Dom und Römisch-Germanisches Museum in Köln. Während die Kinder vom Museumsbesuch angetan waren, waren die Damen aus Kalinigrad vom Dom, in dem gerade eine Bußandacht abgehalten wurde, sehr angetan - und ergriffen: weitere Aktivitäten mußten aufgegeben werden.
Den Abend verbrachten die Gäste aus Kalinigrad bei der Burgschulgemeinde, die eigens dazu in die Mercatorhalle eingeladen hatte.
Da widrige (politische) Umstände für Sonnabend die Grenze Polen/Rußland zu schließen drohten, mußte der Besuch schon am Donnerstagabend sein Ende 
finden: Nach Zeichen herzlicher Verbundenheit zwischen der Gästen und ihren deutschen Gastgebern endete der Abend bei Kerzenschein und Gesang unserer russischen Freunde im Lehrerzimmer des Mercatorgymnasiums. 

Die Bande waren geknüpft.

Motiviert zur Unterstützung der Menschen in Osteuropa waren  unsere Schüler damals durch ihre eigenen Aktivitäten, hatten sie doch aus eigenem Antrieb einer nach Rußland gerichteten humanitären Hilfe schon lobenswerte Unterstützung zukommen lassen. 

Wir - Schüler, Lehrer, Eltern und nicht zuletzt der Förderverein des Mercator-Gymnasiums - versetzten uns so in die Lage, die Patenschaft von Burgschule und Mercator-Gymnasium mit weiterem Leben zu erfüllen

Was aus diesem Versuch, geboren allein aus humanitärer Gesinnung, geworden ist, davon will ich schweigen, - denn eine beredtere Zunge als ich sie in diesen Dinge habe soll, will noch heute abend davon künden. 

Lassen Sie mich daher jetzt meine Erinnerungen schließen mit einem persönlichen Wort

Nachdem ich die Patenschaft zwischen der Burgschule Königsberg in Preußen und dem Mercator-Gymnasium in Duisburg habe vierzig Jahre begleiten dürfen: davon 24 Jahre in der Schulleitung, 17 Jahre als Schulleiter, blicke ich in Freundschaft und mit Dank auf diese Partnerschaft zurück und sage erst recht für die Zeit meiner Verantwortlichkeit für die Förderung und Unterstützung durch den guten Willen der Gemeinschaft der Burgschüler, von der Helmut Perband in seinem letzten Brief an mich gesprochen hat, aus dem Kurt Erzberger, Heinz Labinsky, Helmut Perband, Klaus Falcke und Dieter Brzozowski gehandelt haben und noch handeln, herzlichen Dank. 

Dabei gewesen zu sein, hat mir, hat uns - ich schließe meine Frau mit ein - viel Freude bereitet.

Danke.